Herzinfarkt vom Krieg

Ein etwas verspäteter, aber doch zeitloser Eintrag zur Situation der Jüdischen Allgemeinen Zeitung. Vor einer Woche hatte ich die Gelegenheit, mit meinem Bruder über die Onlinepräsenz der JA zu diskutieren. Neben Artikeln der Genozidleugnung, die – auf eine andere Gruppe bezogen in einer anderen Zeitung abgedruckt, sofort zu einem gigantischen Aufschrei führen würden – sprang allerding ein anderer Artikel allein durch seinen absurden Titel ins Auge: Ärzte warnen: Kriegsstress kann Herzinfarkt auslösen [1]

Während der völkerrechtswidrige Angriffskrieg – um den ehemals/selektiv so beliebten Terminus zu verwenden – der USA und Israel auf den Iran im Libanon in vollem Gange ist, Israel weißen Phosphor auf Dörfer im Libanon abwirft [2] [3] und die USA eine Schule im Iran bombadieren und dabei über 100 Schülerinnen und 50 weitere Menschen töten, wird in der Jüdischen Allgemeine darüber aufgeklärt, wie die Schrecken des Krieges die israelische Bevölkerung belasten.

Der Raketenalarm, der schon Constantin Schreiber traumatisierte und es ihm sowohl verunmöglichte zu duschen, als auch zwang, eine viertelstunde(!) flach auf der Autobahn zu liegen, belastet auch die Gesamtbevölkerung Israels. Eine mögliche Folge: Tako-Tsubo-Kardiomyopathie, auch bekannt unter dem Namen “Broken-Heart-Syndrome”. Viele Isrealis hätten Angst während des Krieges – d.h. während eines Krieges der echte Gegenangriffe produziert – Krankenhäuser aufzusuchen. Möglicherweise ist diese Angst einfach nur Projektion, denn Israel hat im Libanon erneut Krankenhauser, Ärzte und Sanitäter angegriffen und 30 getötet. [4] [5] Aber im Gegensatz zu den medizinischen Einrichtungen in Palestina/Iran/Libanon sind die Israels sicher, so sei “Das gesamte Gesundheitssystem – und insbesondere die Kardiologie – ist darauf vorbereitet, auch im Krieg kontinuierlich hochwertige und lebensrettende Behandlung zu gewährleisten.”

Um nicht als Antisemit dazustehen möchte ich abschließend sagen: Wir dürfen bei Israels Angriffskriegen nicht vergessen, wer mal wieder am stärksten betroffen ist: Israel und seine Bevölkerung. Ich hoffe auf baldige NATO-Unterstützung und Merz, der in einer Synagoge weinend Israel bedingungslose Unterstützung zusagt.

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